Die Krankheitssituation kann sich immer wieder verändern, deshalb bleiben Sie miteinander im Gespräch:

  • Was tut mir körperlich und seelisch gut? Was belastet mich eher?
  • Was empfinde ich als angenehm und was eher als aufdringlich?
  • Wann und wie teile ich es anderen mit – und wem?

Tipps für die Körperpflege

„Die Haut ist der Spiegel der Seele", sagt der Volksmund. Es werden Gefühle, Zärtlichkeit und Zuwendung über sie ausgetauscht, und die Haut verrät auch unsere Emotionen. Sie ist unser größtes Sinnesorgan. Eine aufmerksame Körperpflege ist auch wohltuend für die Seele. Dabei kommt es darauf an, sich nach den persönlichen Gewohnheiten und Bedürfnissen des Kranken sowie seinem Schamgefühl zu richten.

Viele Symptome können mit pflegerischen Mitteln gelindert werden:

Schwitzen: Abwaschen mit Salbeiwasser (1 Liter Wasser erhitzen, 2 Teebeutel Salbei 8–10 Minuten darin ziehen lassen und 2 Liter Wasser hinzufügen). Die Wassertemperatur sollte nicht mehr als 10 °C unter der Körpertemperatur liegen. Die Haut nach dem Waschen nicht einfetten, da es dadurch zum wiederholten Schwitzen kommen kann.

Fieber: Körperwaschung mit Pfefferminze (1 Liter Wasser erhitzen, 2 Teebeutel Pfefferminze 10 Minuten darin ziehen lassen und 4 Liter Wasser hinzugeben). Die Temperatur sollte auch hier nicht weniger als 10 °C unter der Körpertemperatur liegen.

Juckreiz: Körperwaschung mit Obstessig (3 Esslöffel Obstessig auf 5 Liter Waschwasser). Kühleres Waschwasser verstärkt die Linderung. Den Intimbereich sollten Sie mit diesem Wasser nicht waschen. Sehr trockene Haut mit fetthaltiger Lotion pflegen. Die Apotheken beraten Sie gerne. Zusätzlich können Ärzte juckreizstillende Medikamente verschreiben.

Einschlafprobleme bei Unruhe: Auch hier kann eine Körperwäsche beruhigende Wirkung haben. Die Wassertemperatur liegt zwischen 37 °C und 40 °C. Wenn erwünscht, können einige Tropfen Lavendel- oder Melissenöl dazugegeben werden, die vorher in etwas Milch verrührt wurden, damit sie sich im Wasser besser auflösen. Auch ein warmes Fußbad kann beruhigend wirken.

Massage: Die Körperwahrnehmung wird dadurch gefördert und körperliche Nähe hergestellt. Hierbei lassen sich auch Hautveränderungen feststellen, auf die man die Pflegekräfte bzw. Ärzte hinweisen sollte. Eine Fußmassage, unterstützt durch ein Massageöl, kann durch den nahen Kontakt Ängste lösen und das Einschlafen fördern. Sie kann dem Kranken auch das Gefühl geben, wieder „Boden unter die Füße" zu bekommen, den Menschen, die lange im Bett liegen, ja tatsächlich verlieren.

Wundliegen: Die regelmäßige Umlagerung im Bett ist eine vorbeugende Maßnahme. Zur Unterstützung der Seitenlage können gerollte Handtücher verwendet werden. Die Hausarztpraxis kann bei Bedarf eine druckentlastende Matratze verordnen.

Bei allen Maßnahmen der Körperpflege stehen Ihnen selbstverständlich die Hospizfachkräfte sowie die Pflegekräfte des ambulanten Krankenpflegedienstes beratend zur Seite.

Mundpflege ist wichtig

Intensive Mundpflege wird meist notwendig bei verminderter Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, bei starker Verdunstung von Speichel, wenn der Mund ständig geöffnet ist, bei bestimmten therapeutischen Maßnahmen gegen die Krebserkrankung (z. B. bei Chemotherapie und Bestrahlung) sowie bei Tumoren im Kopf- und Halsbereich, die zur Zerstörung von Speicheldrüsen führen können. Auch Medikamente können eine Mundtrockenheit verursachen. Diese Faktoren können die natürliche Mundflora zerstören und Entzündungen, Schluckbeschwerden, Schmerzen, Borkenbildung und Pilzinfektion (Soor) fördern.

Was können Sie tun?

  • Die Zähne jeweils nach dem Essen mit einer weichen Zahnbürste putzen
  • Die Zahnprothese regelmäßig reinigen
  • Den Mund regelmäßig spülen (vor und nach den Mahlzeiten zur Erfrischung und Anregung der Speicheldrüsen)
  • Wenn das Zähneputzen nicht mehr möglich ist: mit einem feuchten Baumwolltupfer oder Watteträger den Mund auswischen
  • Die trockenen Lippen mit einer Fettcreme schützen

Sie sollten nur solche Mittel zur Mundpflege verwenden, die dem Patienten schmecken. Als Mundpflegemittel bieten sich z. B. Kamillentee, Pfefferminztee, Ringelblumentee oder Thymiantee an; sie hemmen Entzündungen im Mundraum. Nach Geschmack sind gefrorene Fruchtsaft-, Cola-, Bier-, Wein- oder Sektwürfel zur Mundpflege möglich und regen den Speichelfluss an. Sprudelwasser feuchtet die Mundschleimhaut besonders gut an. Kleine Stückchen Butter oder Margarine auf der Zunge lösen Borken und Beläge. Zum Anfeuchten der Mundschleimhaut kann eine Sprühflasche mit einer bevorzugten Flüssigkeit benutzt werden. Zur Anregung des Speichelflusses kann im Raum eine Aromalampe mit Zitronenöl aufgestellt werden. Bei Belägen, die schmerzhaft sind, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Thema Essen und Trinken

Essen und Trinken sind von elementarer Bedeutung für den Menschen. Im Laufe seines Lebens entwickelt jeder Mensch bestimmte Essgewohnheiten und Rituale, an denen er hängt und die mit seinem Wohlbefinden fest verknüpft sind. Gemeinsame Mahlzeiten erhalten und fördern soziale Kontakte und lassen Gemeinschaft erleben.

Die Krankheit verändert häufig die Essgewohnheiten und den Stellenwert des Essens. Appetitlosigkeit, verbunden mit Übelkeit, Erbrechen oder Schmerz, tritt häufig auf. Diese Symptome machen dem Patienten und den Angehörigen deutlich, wie schlecht es um ihn steht. Ständiges Drängen und gutes Zureden zu essen, damit er wieder zu Kräften kommt, belasten den Patienten und die Angehörigen. Probleme mit der Ernährung können dazu führen, dass Patienten nicht mehr an den gemeinsamen Mahlzeiten teilnehmen können oder wollen.

Wenn der schwerkranke Mensch nicht mehr essen will, wächst die Not der Angehörigen. Sie reagieren mit Hilflosigkeit und teilweise auch mit Schuldgefühlen. Oft steht die Angst im Hintergrund, der Patient könnte verhungern und sie hätten das Notwendige nicht getan. Manche Patienten kommen mit einer Trinknahrung gut zurecht.

Für die Angehörigen ist das Mitbringen und Zubereiten von Speisen ein Zeichen ihrer Zuneigung und Sorge. Sie können immer wieder kleine Portionen von Lieblingsgerichten anbieten und so aktiv etwas für ihren Kranken tun. Enttäuschungen können vorkommen, wenn der Kranke sich ein Gericht wünscht und es dann doch nicht essen kann.

Wenn Essen und Trinken nicht mehr angenommen werden, dann ist die sorgfältige Mundpflege eine gute Geste der Unterstützung und Zuwendung. Damit können das Austrocknen der Schleimhäute verhindert und das Durstgefühl sowie das Gefühl des schlechten Geschmacks im Mund gemindert werden.

Auf keinen Fall sollte man einen Sterbenskranken, der in seinen letzten Tagen nicht mehr essen möchte, gegen seinen Willen nötigen, in welcher Form auch immer, Nahrung zu sich zu nehmen. In der letzten Lebensphase vermindern sich die Körperfunktionen, wie der Nahrungstransport durch Magen und Darm, und alle Stoffwechselvorgänge verlangsamen sich. Es ist eine normale Reaktion, das Essen und Trinken einzustellen.

Manchmal entstehen Essprobleme auch durch die Krankheit selbst oder können Begleitsymptome der Behandlung oder der Erkrankung sein. Es können z. B. Schluck- oder Passagestörungen auftreten.

Bei ausgeprägten Kau- und Schluckstörungen besteht die Möglichkeit, den Patienten über spezielle Sonden zu ernähren, die – nur von Ärzten – durch die Nase oder direkt durch die Bauchdecke in den Magen gelegt werden. Das Legen einer Sonde ist ein Eingriff in den Körper, der das Einverständnis des Patienten voraussetzt. Deshalb sind zwei Situationen zu unterscheiden:

Bei Menschen, die schon im Sterben liegen, sollte die Entscheidung, eine solche Sonde noch zu legen, sehr kritisch geprüft werden. Bei einem sterbenden Menschen stehen bei Bedarf weniger eingreifende Möglichkeiten zur Verfügung, wie z. B. die Flüssigkeitsgabe mittels einer kleinen Hautnadel in das Unterhautfettgewebe. Insgesamt jedoch sollte die Mundpflege im Vordergrund stehen.

Befindet sich der Schwerstkranke aber gewissermaßen noch im Vorfeld des Sterbens, dann wird das Legen einer Sonde vielleicht anders beurteilt. Dabei gilt: So lange ein Patient zu einer – wenn auch noch so geringen – Willensäußerung fähig ist, muss dessen Wille dazu erfragt und respektiert werden. Wenn er seinen Willen nicht mehr äußern kann, muss für jeden Menschen individuell die Frage einer Ernährungs- bzw. Flüssigkeitstherapie von der bevollmächtigten Person oder vom bevollmächtigten Betreuer mit dem behandelnden Team und unter Einbeziehung der nächsten Angehörigen beantwortet werden. Der in einer Patientenverfügung geäußerte oder der mutmaßliche Wille des Patienten ist dabei das ausschlaggebende Kriterium.

Was einer Verstopfung vorbeugt und hilft

Häufig kommt es bei fortgeschrittener Krebserkrankung zur Verstopfung. Ballaststoffarme Ernährung, geringe Trinkmenge, zu wenig Bewegung und dauernde Bettlägerigkeit sind die oft nicht behebbaren Ursachen. Die Kranken klagen dann über Unwohlsein, Appetitlosigkeit und Völlegefühl, über Schwierigkeiten bei der Darmentleerung, über Übelkeit und Erbrechen. Es können auch krampfartige Schmerzen auftreten.

Häufig sagen Kranke: „Es kann kein Stuhlgang kommen, ich habe doch fast nichts gegessen." Im Darm werden aber regelmäßig Abbauprodukte gebildet, auch wenn sehr wenig gegessen wird. Deshalb ist es notwendig, darauf zu achten, dass die Kranken alle 2–3 Tage Stuhlgang haben.

Geeignete Mittel zur Anregung der Darmtätigkeit sind u. a. Sauermilchprodukte, Milchzucker (in Drogerien erhältlich), Sauerkrautsaft, Obstsäfte, Backpflaumen (vorher gut einweichen). Nicht alle genannten Nahrungsmittel und Flüssigkeiten sind aber für jeden Kranken geeignet. Hilfreich ist auch ein feuchtwarmer Umschlag auf die Bauchgegend. Eine leichte Darmmassage kann als wohltuend empfunden werden. Dabei wird die Darmgegend vom rechten Unterbauch ausgehend kreisförmig (im Uhrzeigersinn) massiert. Bei Verstopfung als Nebenwirkung von Medikamenten wird vom Arzt ein Medikament zur Stuhlregulierung verordnet. Bei starken Entzündungen im Bauchraum sollten Ärzte befragt werden, bevor eine Wärmeanwendung oder Darmmassage durchgeführt wird.